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On the Road again
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Tag 7 | Magnetic Island

Krokodile und Koalas

Zum Frühstück haben wir uns Milch und Müsli mitgebracht und so können wir den Tag gemütlich vor unserer Hütte starten. Praktischerweise ist der Wasserkocher direkt unter dem Rauchmelder postiert und so wecke ich erst mal das ganze Camp. Bei Tageslicht können wir uns nun aber erst mal anschauen, wo wir hier überhaupt gelandet sind. Wir entscheiden uns übrigens der Einfachheit halber dafür in unserer Bad-losen Hütte zu bleiben, anstatt in unsere eigentlich gebuchte umzuziehen.

Unsere Hütte

Warum “n Stück Schnur” der wichtigste Punkt auf der Packliste ist…

Danach machen wir einen kleinen Ausflug zur Horseshoe Bay, um uns mit Getränken auszustatten.
Am Strand beobachten wir einen Stand Up Paddler, der plötzlich auf die Knie geht, hektisch umkehrt und „Guacamole“ ruft.

Zum Glück habe ich während des letzten Fluges eine Folge „Sherlock“ geschaut und kann direkt die dabei erlernten kombinatorischen Fähigkeiten anwenden, um herauszufinden, dass der Mann vermutlich nicht von einer Horde wild gewordener Avocados verfolgt wird. In Wirklichkeit ruft er „Crocodile“ (was zwar mehr Sinn macht, die Guacamole wäre ihm aber vermutlich lieber gewesen) und kurze Zeit später sehen wir auch schon immer wieder ein mittelgroßes Tier aus dem Wasser auftauchen. Sein Kumpel am Strand glaubt ihm wohl nicht, also packt er sich das Board und paddelt selber raus… bis er nach 10 Metern ebenfalls überzeugt ist und leicht panisch zurück zum Strand paddelt.

Spontan entscheiden wir uns dafür, unseren für heute geplanten Schnorchel-Ausflug gegen ein paar entspannte Stunden am Pool einzutauschen.

Hier treibt ein Krokodil sein Unwesen

Auf dem Rückweg zur Unterkunft überfliegen uns einige Kakadus. Überhaupt gibt es jede Menge Vögel auf der Insel und in unserem Camp.
Wir haben als Entschuldigung für den Hüttentausch eine Tour durch die angeschlossene Koala Station geschenkt bekommen. Bis diese startet vertreiben wir uns die Zeit am Krokodil-freien, dafür aber von grünen Ameisen bewohnten Pool.

Kurz darauf startet die Tour im Koala Sanctuary, dass uns eher an einen Minizoo erinnert und irgendwie ist es nicht ganz unser Ding zu sehen, wie verschiedene Echsen, Schildkröten und Schlangen durch die Hände der rund 20 Teilnehmer wandern. Das „Highlight“ ist das gestellte Foto mit einem Koala auf dem Arm am Ende der Tour.

In der Gemeinschaftsküche köcheln wir uns ein Süppchen (ich schaffe es die Zubereitungsanleitung einer Fertigsuppe falsch zu verstehen und Sandra muss mit einem Wasser mit Tomatenaroma Vorlieb nehmen) und dann geht es vom Camp aus 4,5km vorbei an einigen aufgeschreckten Kängurus in Richtung eines alten Forts auf einem Berg. Die hier lebende, größte freilebende Koala Kolonie im Norden Australiens ist unser eigentliches Ziel. Auf dem Weg hinauf beschreibt uns ein Teilnehmer unserer mittäglichen Tour, wo wir zwei von ihnen am Weg finden können. Wir haben dieses Mal also schon mal mehr Glück als mit den Cassowaries und da sonst gerade niemand vorbei kommt können wir ganz in Ruhe ein paar Fotos schießen.

Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang am Fort an, wo es leicht zu regnen beginnt. Trotzdem können wir von hier den Ausblick über die Insel und bis zum Festland genießen.

Auf dem Rückweg durch die Dämmerung werfe ich die Frage auf, ob wir vielleicht einfach schlechte Tier-Spotter sind, nachdem wir schon in Südafrika keine einzige Wildkatze gesehen hatten, die Cassowaries nicht gefunden und auch die Koalas nur mit Hilfe eines Tipps entdeckt haben.

Keine zwei Minuten später kommt dann doch noch unser ganz eigenes Erfolgserlebnis. Auch wenn Sandra anderer Meinung ist, bin ich noch immer fest davon überzeugt, dass ich die Mutter mit ihrem Baby-Koala schon erschnüffelt hatte, bevor wir sie sahen. Wir können beobachten, wie das Junge unter den strengen Augen der Mutter von ihrem Rücken auf die dünneren Äste klettert, um danach wieder von ihr den Baum hinauf chauffiert zu werden.

Das Licht reicht gerade noch aus, um ein paar Bilder der beiden zu machen. Dass keine anderen Touris mehr unterwegs sind, macht die Begegnung umso besonderer für uns.
Ich vermisse nun schmerzlich mein 70-200mm Objektiv, aber zum Glück hat ja Sandra wenigstens noch die “kleine” Kamera mit einer 70-300mm Tamron Linse dabei und kann so auch einige grobkörnige Nahaufnahmen machen.

Suchbild

 

Im Dunkeln und mit Taschenlampe bewaffnet kehren wir – begleitet von riesigen Fledermäusen oder Flughunden – zurück zu unserer Hütte und genehmigen uns noch einen wohlverdienten Drink an der Bar. In der Dusche finde ich danach weder die Ameisen, noch die große Blattheuschrecke vom Vortag und ich frage mich ob jemand geputzt hat oder ob der große Gecko an der Wand dafür verantwortlich ist.

 

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