Schienbeine, Spinnen, Schlangen & Knöchel
15. Mai 2018
 

Tag 19 | Sydney – Christchurch – Kaikoura

Bye Bye Australia, Kia Ora New Zealand

Um fünf Uhr klingelt schon wieder unser Wecker und wir frühstücken schnell und verabschieden uns bei einem letzten Blick auf die liebgewonnene Skyline von John. Sydneys Straßen sind entgegen unserer Befürchtung trotz Berufsverkehrs ziemlich leer.

Wir tanken auf dem Weg zum Flughafen, geben unseren Wagen ab und erfahren, dass unser Flug 45 Minuten Verspätung hat, aus denen nachher eher 75 werden.

Unser erster Australien Besuch endet hier also (in 5 Wochen kommen wir noch mal wieder). Er war geprägt von Tieren (Spinnen, Echsen, Frösche, Schildkröten, Koalas, Kängurus, Fische, Adler, Schlangen), nicht gesichteten Tieren (Cassowarys, Emus), bestem Wetter, Meer und einem kleinen Dämpfer ganz zum Schluss.
Sandra hat übrigens hinterfragt, ob man bei meinen Berichten erkennen könnte, dass uns das ganze hier gefällt. Wenn ihr also etwas lest wie “wir laufen durch den Dschungel”, dann finde ich das grundsätzlich super, auch wenn ich das nicht schreibe 😉

Als wir das Flugzeug besteigen haben wir irgendwie das Gefühl, dass wir doch noch mehr Zeit hier hätten verbringen sollen. Zumal wir in Neuseeland ganz andere Temperaturen erwarten. Wir fliegen mit Emirates und der Flug ist so komfortabel, dass wir uns schon fast ärgern, dass er so schnell wieder vorbei ist und wir nach 3 Stunden bei überraschend angenehmen 24 Grad in Christchurch landen.

Nachdem unsere Wanderschuhe genauestens untersucht wurden, damit wir keine fremden Samen oder Ähnliches einschleppen (Cassowary Eier zum Beispiel) nutzen wir ein kostenloses Flughafentelefon, um unser Shuttle zur Autovermietung zu rufen.

Vor dem Flughafen steht ein Klavier und ich komme nicht darum herum, eine verstimmte Nummer zum besten zu geben. Kennt ihr die YouTube Videos, wo auf einmal eine Menschenmenge zusammenkommt und einem Straßenmusiker lauscht? Naja, bei mir bleibt außer Sandra niemand stehen – und die hat keine andere Wahl, als auf mich zu warten 😉

Bei der Mietwagenfirma angekommen sitzen wir eine Ewigkeit mit dem zuständigen Mitarbeiter zusammen, da dieser uns für jedes noch so kleine Kaff den absolut besten Pie Laden empfiehlt und auf unserer Karte markiert.
Als wir ihm sagen, dass wir heute noch nach Kaikoura müssen, bekommen wir dann doch schnell (nach 45 Minuten) unser Auto.

Das Problem ist nämlich, dass die Straße dort hin beim Erdbeben 2011 komplett zerstört wurde und erst seit kurzem wieder befahrbar ist, allerdings nur bis zur Dämmerung.
Durch die Flugverspätung wird es für uns allerdings schon ziemlich eng, zumal wir keine Ahnung haben wann genau an welcher Stelle gesperrt wird. Zunächst gehen wir aber erst mal einkaufen und Essen.

Irgendwann im Supermarkt vermisse ich den Autoschlüssel, der eigentlich in meiner Hosentasche sein sollte. Das Loch darin hatte ich bisher nicht als groß genug erachtet, um ein Risiko darzustellen.
Wir suchen leicht panisch den Parkplatz ab, den Essensladen und den Supermarkt… nichts.
Dann werden wir zum Glück an der Kasse fündig, jemand hatte den Schlüssel dort abgegeben. Puh.

Nach dem kurzen Schock ist es nun erst recht fraglich, ob wir noch rechtzeitig zum gesperrten Straßenabschnitt kommen und so entscheiden wir uns für die ca 45 Minuten längere Inlandsroute. Christchurch selbst lassen wir übrigens aus, da wir grundsätzlich nicht wirklich Städte-Fans sind und die Stadt nach dem verheerenden Erdbeben sowieso nicht mehr ganz so nett sein soll.
Während es um Christchurch herum komplett flach war, tauchen nun immer mehr Berge auf und die Straße wird zunehmend kurviger.

Dass es in Neuseeland viele Schafe gibt wussten wir schon vorher, dass es aber anscheinend noch mehr orangene Pylonen gibt, ist uns neu. Alle paar Meter müssen wir das Tempo drosseln, da die Straße neu gemacht wurde und so zieht sich unsere Fahrt über Hügel und einspurige Brücken, bei denen man schätzen muss ob jemand kommt, etwas in die Länge.
Kurz vor Kaikoura liegen die Berge plötzlich komplett im Nebel und die Stadt selbst ist ebenfalls eingehüllt, so dass wir keine Ahnung haben, wie es neben der Straße überhaupt aussieht.

Um 21 Uhr treffen wir gleichzeitig mit Judy, unserer Gastgeberin, im BnB in Kaikoura ein. Wir trinken noch einen Tee/Kakao und hören gespannt ihren Geschichten zu (und Judy hat viele davon auf Lager), gehen dann aber zügig in die Heia.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.