Wind Nordost, Startbahn Null Drei
3. Februar 2018
Wie sie sehen, sehen sie (fast) nichts
5. Februar 2018
 

Tag 32

Wanaka – Fox Glacier

Bevor wir frühstücken, müssen wir leider schon wieder unseren Kram zusammen packen.
Wir verabschieden uns von Susan und Gary und irgendwie fühlt es sich fast so an, wie wenn man sich von seinen Eltern verabschiedet.

Unser Weg führt uns bei blauem Himmel über Wanaka zum Treble Cone Ski Gebiet, wo unser Treffpunkt für den heutigen Tandem-Paraglide-Flug ist.
Zunächst glauben wir falsch zu sein, da außer uns niemand vor Ort ist und das Tor zur Straße, die den Berg hinauf führt noch verschlossen ist. Dann trifft aber doch ein kleiner Bus mit passender Beschriftung ein und wir werden in Empfang genommen.

Zunächst geht es auf die Waage und es läuft deutlich besser als gedacht, da ich eigentlich nach Weihnachten das Gewichtslimit leicht übertroffen hatte. Um ehrlich zu sein ist das Ergebnis so gut, dass ich mehr als leichte Zweifel an seiner Korrektheit habe.
Aber gut, das soll uns recht sein.

Zusammen mit einer polnischen Reisenden, unseren drei Flugpartnern und einem weiteren Mitarbeiter fahren wir an Schafen vorbei die Serpentinen zum Absprungpunkt hoch.
Hier setzen wir unsere Helme auf, bringen die Kameras in Position und machen nervöse Selfies am Abhang, bis sich einer der Profis umdreht – um uns mitzuteilen, dass wir nicht fliegen werden.

Der Wind ist scheinbar zu unberechenbar und sie sagen, dass wir den Flug zwar machen könnten, ihn aber definitiv nicht genießen werden. „Better to be on the ground and wish you were up there, than being up there and wish you were on the ground“.

Nun ja, so ist das halt. Das spricht allerdings für die Seriösität der Jungs und Mädels, denn unser Geld bekommen wir komplett erstattet, da wir heute weiter reisen und keinen Ersatztermin vereinbaren können.

Mit hängenden Köpfen fahren wir zurück zum Parkplatz und steigen in unser Auto.
Abhaken, Tanken (günstig, dank einer weiteren Empfehlung von Clara und Alex) Mittagessen holen (wieder im Double Black Café) und auf geht es in Richtung des vermutlich befahrbaren Haast Passes.

Vorbei am Lake Hawea und dem hinteren Ende des Lake Wanaka geht es in die Berge…und in die Regenwolken. Bei leichtem Regen besuchen wir die Fantail Falls und verspeisen dort unser Mittagessen (wobei Sandra die Hälfte ihres Essens leider großzügig in der Wildnis verteilt).
Die Straße ist übrigens größtenteils in Ordnung , aber hier und da räumt noch ein Bagger die letzten Reste von Erde und Bäumen von ihr.

Irgendwie macht sich bei uns eine Mischung aus Enttäuschung (das mit dem Abhaken dauert dann doch etwas länger) und Müdigkeit breit (Sandra muss sogar das Steuer übernehmen und Gerüchte besagen, ich hätte sogar ein paar Minuten lang die Augen geschlossen gehabt) und wir sind froh, als wir zunächst das Meer erreichen und dann endlich in Fox ankommen, auch wenn wir von den Bergen kaum etwas sehen können und die Straße zum Gletscher gesperrt ist.

Ein kurzer Einkauf und wir checken im B&B ein, in dem es noch immer keinen Strom gibt. Zum Glück ändert sich das nach einer Stunde und wir können uns unser Abendessen kochen: Nudeln mit Käse und Tomatensauce. Á la bonne heure.

Unser stimmungstechnisches Highlight des Tages kommt dann ganz unverhofft vor dem einschlafen: jemand kommt langsam rückwärts in unser Zimmer ohne zu klopfen und auf unser „ämm, sorry?“ dreht sich die Japanerin aus dem Zimmer nebenan geschockt um – im Gesicht eine schwarze Masse. Das ist ihr sichtbar peinlich und wir warten netterweise mit dem Lachen, bis sie unter mehrfacher Entschuldigung das Zimmer wieder verlassen hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.