Ins Wasser gefallen
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Tag 52

Thames – Paihia

Da wir heute kein Frühstück inklusive haben und Amandine noch schläft, packen wir fix zusammen und suchen uns erfolgreich ein sehr nettes Frühstückscafe in Thames. Die kleine Stadt ist überraschend schon so früh voll mit Menschen und auf den Straßen verkaufen Händler allen möglichen Krimskrams.

Für uns steht heute ein langer Auto-Tag an, denn wir müssen insgesamt 360 Kilometer an Auckland vorbei bis Paihia in der Bay of Islands fahren.
Bis Auckland klappt das auch ganz gut, doch ab hier gibt es fast 100 Kilometer nur noch Stop and Go, auch als wir die Stadt schon lange hinter uns haben.

In der Mitte zwischen Auckland und Paihia verlassen wir den Highway und erreichen nach 20 Minuten die Waipu Caves, unseren Ersatz für die Waitomo Caves.
Als wir ankommen beschäftigt uns zunächst ein Mann, der auf dem Parkplatz am Auto steht und uns ununterbrochen anstarrt. Wir gehen mit einem komischen Gefühl zu den Höhlen. Obwohl der Parkplatz ziemlich voll ist, sind kaum Menschen unterwegs und da es keine Schilder gibt, sind wir uns nicht sicher, ob wir in der Höhle, in der wir schließlich stehen, überhaupt richtig sind, zumal weder Glowworms, noch ein Weg in die Höhle zu sehen sind.

Also gehen wir zunächst in den Wald und treffen auf eine Familie, die begeistert von ein paar Steinen erzählt, aber von der Höhle auch keine Ahnung hat.
Die Steine sind…naja Steine halt.
Wir gehen noch mal zurück zur ersten Höhle, wobei Sandra immer mal wieder versucht einen Blick auf den Parkplatz Vogel zu werfen. Wir beobachten zwei Mädels, die in den kleinen Fluss in der Höhle steigen und schließlich in ihr verschwinden. So geht das also.

Ganz geheuer ist uns die rutschige und dunkle Höhle noch nicht, aber wir beschließen uns am Auto wassertauglich auszurüsten und dann zurück zu kommen.
Während wir das machen, verlässt zum Glück unser glotzender Freund den Parkplatz, so dass wir uns voll und ganz darauf konzentrieren können mit unseren wieder mal nicht ganz optimalen Wassersocken zunächst ohne auf dem Hosenboden zu landen die schlammigen Steine hinunter zum Fluss zu rutschen. Die beiden Mädels kommen gerade zurück und erklären uns, dass es drei Kammern gibt und wir am Ende noch durch einen Spalt zur letzten davon gelangen.

Mit der Taschenlampe versuchen wir Händchen haltend einigermaßen zu erkennen, wo wir hintreten und nicht zu laut zu weinen, als die spitzen Steine im Flussbett sich in unsere Fußsohlen bohren.
Kaum um die Ecke gebogen ist es auch schon stockdunkel. Sandra wird ein wenig panisch, aber zum Glück kommt hinter uns noch eine kleine Gruppe, so dass wir nicht alleine ins Dunkle laufen müssen.
Dann sehen wir endlich die ersten leuchtenden Punkte an der Decke und stehen plötzlich in einer Großen Kammer mit jeder Menge Glowworms.

Wir waten weiter durchs schwarze Wasser bis zu einer länglichen Kammer, in der noch mehr der glühenden Fäden hängen (wie schon im Abel Tasman erklärt, sind die „Glowworms“ hier eigentlich glühende Fäden, die kleine Mückenlarven von der Decke hängen lassen, um andere Insekten zu fangen).
An deren Ende stehen wir vor besagtem „Spalt“, der eigentlich ein sehr flacher Durchgang ist. Wir beschließen mit der anderen Gruppe trotz eines mulmigen Gefühls weiter zu gehen. Das Wasser reicht uns zunächst bis zur Kniekehle, dann haben wir wieder festen Boden unter den Füßen, was aber nicht sehr hilfreich ist, da die Decke nun nur noch einen Meter hoch ist und wir unseren Weg irgendwie gebückt und auf Knien rutschend fortsetzen müssen – ich natürlich mit Rucksack inklusive Kamera und Stativ.

Bevor wir darüber nachdenken können, was wir hier eigentlich machen, erreichen wir die dritte und größte Höhle. Allerdings gibt es hier nicht so viele Glowworms, so dass wir auch gut in Nr. 2 hätten bleiben können, wohin wir nun auch wieder zurückkehren. Ich baue mehr oder weniger blind Stativ und Kamera auf und versuche zwischen den Taschenlampenstrahlen der inzwischen mehr werdenden Besucher ein paar ordentliche Bilder zu machen.

    

Dann schnappe ich mir meinen jetzt schlammbesudelten Rucksack und wir treten den Rückweg an. Leicht geblendet von der Außenwelt sind wir schnell wieder auf der Straße und nehmen die letzte Autostunde nach Paihia in Angriff.

Eine Strassensperrung brummt uns noch weitere 20 Minuten auf, bis wir endlich nach sieben Stunden unser Hostel erreichen.
Hier schmeißen wir nur schnell unsere Sachen ab und gehen auf Nahrungssuche. Mit unserer Beute, zwei Pizzen, kehren wir kurze Zeit später zurück und hüpfen nach einer kurzen Dusche schließlich in die Koje.

 

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