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Stadt, Park, Fluss

 

Tag 42

Wellington – Whanganui

Gefrühstückt wird heute im Bett, danach geht es zügig zurück auf die Straße in Richtung Norden. Wir versuchen vergeblich einen ähnlich guten Radiosender wie zuletzt in den Marlborough Sounds zu finden, werden aber nicht so recht fündig.
Wie schon in Australien läuft auf den meisten Sendern Pinks Gejammer über ihr Life und ihren Trouble in Dauerschleife, unterbrochen meistens von nach Kicks suchenden Rebellen oder einem Mann der sich fortwährend fragt, how long irgendwas am on goen ist. Nicht zu vergessen Ed Sheeran, aber über den verliere ich kein negatives Wort 🙂
Anstatt dessen konnten wir uns in Picton und Umgebung über einen „70er, 80er und 90er Sender“ freuen. Wir sind echt alt.

Auf dem Weg in Richtung Whanganui besorgen wir uns noch mal Bargeld und Benzin, bevor wir in der Stadt selber zunächst die „i-Site“ aufsuchen. Wir möchten eigentlich den Whanganui River entlang in den Whanganui Nationalpark fahren (bei der Namensgebung war man hier nicht sonderlich kreativ) und haben uns schon einen Wanderweg rausgesucht. Die Dame an der Info-Theke will uns aber irgendwie mit aller Macht in der Stadt halten und ignoriert unsere Pläne, so dass wir irgendwann gar nicht mehr zuhören.
Nebenan gibt es ein nettes Cafe, wo wir uns mit einem vorzüglichen Curry für die eher kurze, aber anstrengende Wanderung zum Atene Lookout Walk stärken.

Es regnet mal wieder auf dem Weg am Fluss entlang und obwohl die Straßen teilweise extrem eng sind, knüppeln die uns entgegenkommenden Baustellenfahrzeuge einfach Vollgas an uns vorbei. Vorbei an einem weiteren Lookout und über Matsch und Schotter erreichen zunächst die Quelle der vielen Lastwagen, denn beim Unwetter letzte Woche ist auch hier einiges an Geröll die Hänge heruntergekommen, was noch immer von der Straße geräumt wird.
Pünktlich zum Ende des Regenschauers erreichen wir den Parkplatz zum Wanderweg und nehmen die drei Kilometer den Berg hinauf in Angriff. Der Weg ist steil und stellenweise sehr rutschig, so dass wir kurz ans Umkehren denken, dann aber doch weiter laufen. Oben angekommen können wir einen Blick auf einen alten Mäander des Whanganui Rivers werfen, der schon lange nicht mehr mit Wasser gefüllt ist, da der Fluss sich inzwischen einen kürzeren Weg gesucht hat.
Das interessiert euch vermutlich genau so wenig wie Sandra, die eigentlich nur mitgekommen ist, weil es im Auto noch langweiliger gewesen wäre. Zugegeben, der Track ist nicht unbedingt ein „Must-Do“, aber für viel mehr reicht unser halber Tag in der Gegend leider nicht. Sonst hätten wir vermutlich eine Tour zur „Bridge to nowhere“ unternommen, die man nur mit dem Boot und anschließender Wanderung erreichen kann, oder mit dem Kayak die Whanganui Journey den Fluss runter unternommen, die zu den Great Walks zählt.

Durch Kuhmist und Matsch versuchen wir auf dem Rückweg irgendwie nicht auf dem Hosenboden zu landen, als Sandra plötzlich „da steht eine Kuh“ ruft. Die beiden Ziegen, die mitten auf dem Weg stehen, sind genauso verwirrt wie ich und verdrücken sich lieber in den Busch.

Wir besteigen wieder unser Gefährt und düsen zurück nach Whanganui (die Stadt), wo wir in einem richtig schönen Zimmer mit Balkon in einem Privathaus unterkommen und schließlich unsere in der Küche zubereiteten Nudeln mit Blick auf den unter uns fließenden Bach genießen und den Tag ausklingen lassen.

 

 

1 Comment

  1. Ralf sagt:

    Werden deine verbalen Ergüsse eigentlich von Sandra (vorher) gegengelesen?

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