Vorgedanken – Der Traum vom entspannten Reisen

Freiheit. Abschalten. Neue Orte entdecken. Ohne Zeitdruck. Ohne überhaupt irgendeinen Druck. Heute nicht wissen was wir morgen machen.

Das war der Plan – bevor der Plan kam.

Aber von vorne. Wenn ich Hochzeiten mit freien Trauungen fotografiere, höre ich in 95% der Fälle, wenn es um gemeinsame Hobbys geht: “Ihr reist gerne zusammen”. Als mir das zum ersten Mal auffiel, war das zunächst irgendwie deprimierend, weil – nun ja – das ist auch das, was mir bei Sandra und mir als erstes in den Sinn kommt. Und irgendwie kam es mir so vor, als ob das die Standard-Antwort ist, wenn man sonst keine Gemeinsamkeiten hat. Das lässt die eigene Beziehung so langweilig und wenig einzigartig erscheinen. Reisen mag jeder, das kann man auch mit jedem anderen machen, das kann doch nicht DIE Gemeinsamkeit sein.

Aber wenn man mal darüber nachdenkt, wird relativ schnell klar, warum das bei vielen so ist und warum gerade das gemeinsame Reisen ein Zeichen dafür ist, dass man genau die richtige Person gefunden hat und nicht nur einen austauschbaren Reisepartner.

Es geht nicht einfach darum möglichst viele Orte auf der Welt zu sehen, sondern darum, gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln, ungewohnte Situationen zu meistern, neues zu entdecken und vor allem so viel Zeit wie möglich zusammen zu verbringen. Was könnte es für ein besseres Zeichen dafür geben, dass man den passenden Menschen gefunden hat, als dass man ihn von morgens bis abends bei sich haben möchte? Es geht in erster Linie um das “gemeinsame” und nicht um das “Reisen”. Und das ist das Individuelle, was das gemeinsame Reisen eben nicht langweilig macht, sondern tatsächlich einzigartig. Viel einzigartiger und besonderer, als wenn man ein außergewöhnliches Hobby teilt, dem man dann 2 Mal im Monat zusammen nachgeht.

Um zum Punkt zu kommen: Ja, auch wir reisen gerne. Gemeinsam.
Und solange die Lebensumstände es zulassen, möchten wir das auch ausgiebig tun. Also Weltreise 🙂 Eine grobe Route hatten wir schnell im Kopf: Island – Kanada – Costa Rica – Hawaii – Neuseeland – Australien – Südostasien – irgendwo in Afrika.

Da Hochzeiten naturgemäß hauptsächlich im Sommer stattfinden und ich niemanden um Erlaubnis fragen muss (außer meiner Frau 😉 ) war schnell klar, dass sich eine längere Tour im Winter gut umsetzen lässt. Anfangs hatten wir die Hoffnung, dass Sandra sogar ein 6-monatiges Sabbatical einlegen kann und wir tatsächlich ein Mal um den Globus kommen, am Ende wurden es aber “nur” 3 Monate, so dass Island, Kanada, Costa Rica und Hawaii und auch Afrika leider gestrichen werden mussten. Blieben also Australien, Neuseeland und ein kleiner asiatischer Teil.

Nun zum Thema Planung und Freiheit. Wir begannen damit, uns grob rauszusuchen, welche Highlights wir in Australien und Neuseeland auf keinen Fall verpassen wollten. Die Liste wurde schnell länger und länger. Parallel mussten wir feststellen, dass die von uns eigentlich gewünschte Variante mit einem Campervan durch die beiden Länder zu reisen in der Hauptsaison einfach unverhältnismäßig teuer ist. Da man in Neuseeland auch nicht mehr wie früher einfach überall am Straßenrand übernachten darf, entschieden wir uns letzten Endes für die Kombination aus Mietwagen und Bed & Breakfasts. Wir hatten inzwischen viele Touren und Aktivitäten rausgesucht, bei denen eine Vorbuchung empfohlen wurde (der Milford Track in Neuseeland war beispielsweise bereits im Mai für die komplette Saison von Oktober bis April ausgebucht). In Kombination mit der Erfahrung, dass eine spontane, abendliche Schlafplatzsuche nach einem langen Tag nicht ganz unser Ding ist trafen wir schließlich die Entscheidung, Australien und Neuseeland komplett vorauszuplanen.

Wahrscheinlich müssen wir einfach einsehen, dass für uns die Entspannung beim Reisen eher daraus resultiert, dass wir genau wissen, wo wir am nächsten Tag schlafen und dass wir die Sicherheit haben, nichts verpassen zu müssen.

 

 

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