Tag 3

Singapur – Cairns – Cape Tribulation

Gegen 23 Uhr treffen wir am Changi Flughafen in Singapur ein. Als wir unser Gepäck aufgeben werden wir gefragt, ob wir Powerbars oder Akkus dabei hätten. Diese dürften nicht mit in den Frachtraum.

Allerdings dürfen sie laut dem Flugblatt das wir anschließend bekommen auch nicht mit in die Kabine, woraufhin wir uns aufgrund unserer Armada an eben diesen Geräten ein wenig um unsere Weiterreise sorgen.

Wie sich herausstellt gilt das Verbot aber nur für deutlich stärkere Geräte als unsere.

Der Flug ist wieder ein Nachtflug – mir wird also wieder eine Nacht Schlaf fehlen wenn wir in Australien sind.

In Cairns angekommen finden wir auf einigen Umwegen den Mietwagenschalter. An die 30 Grad, die hier herrschen, haben wir uns ja schon langsam gewöhnt.

Unser Mietwagen, ein Toyota Corolla, ist nicht groß, aber die Rucksäcke bekommen wir beide in den Kofferraum. Den Linksverkehr kennen wir schon von den Seychellen und aus Südafrika und so geht auf schnellstem Wege in Richtung Daintree National Park, ein feuchter Regenwald im Nord-Osten des Landes.

Auf dem Weg begleiten uns immer mehr Warnschilder vor kreuzenden Kängurus, im Fluss lauernden Krokodilen und vor allem Cassowaries (oder Kasuaren), dem Wappentier der Region. Das sind ca. 1,50m große, flugunfähige Vögel. Sehen werden wir aber auf den immer kurviger werdenden Straßen keines dieser Tiere.

Eine Autofähre über Daintree River bringt uns schlussendlich in den eigentlichen Nationalpark. Angekommen in Cape Tribulation bestätigen wir zunächst unsere beiden vorgebuchten Touren im Ort, bevor wir noch ein wenig weiter in den Regenwald zu unserer Unterkunft fahren.

Das Rainforest Hideaway besteht im Grunde genommen nur aus drei Hütten im Urwald. Der Besitzer Rob kommt eigentlich aus Holland, lebt hier mit seiner Frau Aruni und hat seit 24 Jahren die komplette Anlage eigenhändig gebaut.

Wir staunen nicht schlecht, als wir unsere Hütte betreten und Dusche und Klo auf der Veranda mitten im Regenwald finden. Mein Handy werde ich zur Unterhaltung also nicht mit aufs Klo nehmen müssen.


Während Sandra unsere Unterkunft einrichtet, gehe ich auf Entdeckungsreise durch den Wald. Rob hat hier zig verschiedene Skulpturen versteckt und Sitzgruppen in den Busch integriert. Nachdem Ich mit meinem Gesicht beinahe Bekanntschaft mit der ersten großen Spinne gemacht habe finde ich am Ende des Pfads (ich habe schnell keine Ahnung mehr, wo genau ich bin) einen kleinen Pool an einem Bach, darin eine Meerjungfrau und direkt daneben die Dschungel-Bar. Leider fängt es wie aus Kübeln an zu schütten, so dass ich nur noch meine Kamera unter dem Shirt verstecken und auf schnellsten Wege in Richtung Hütte laufen kann. Klätschnass endet mein erster Ausflug in den Regenwald.

Nach einem Dinner im „WHET“ werden wir zu unserer Nachttour durch den Regenwald abgeholt. Wir haben uns lange Klamotten übergeworfen, die natürlich schon nach wenigen Minuten voll geschwitzt sind. Aber immer noch besser, als von irgendeinem Lebewesen in diesem Urwald gebissen zu werden.

Unsere 6-köpfige Gruppe wird mit Taschenlampen ausgestattet und zur Einstimmung wird eine kleine Schlange freigelassen, die früher am Tag in einer Unterkunft eingefangen worden war (zum Glück erfahren wir erst nach unserer Übernachtung, dass es natürlich unsere eigene war).

Zunächst schauen wir uns einige Heuschrecken und Spinnen am Wegesrand an, dann geht es in den Dschungel. Eine Ratte, eine riesige Kröte, Frösche, Schnecken, unzählige Spinnen mit und ohne Netze sowie verschiedene Echsen und eine weitere Schlange begegnen uns. Etwas gruselig wird es, als wir alle unsere Lampen ausschalten, um glühende Pilze zu finden. Beim zweiten Versuch sind wir erfolgreich und sehen zum Abschluss noch zwei Forest-Dragons.

Zurück in unserer Dschungelhütte packen wir auf Grund der relativ großen Artenvielfalt in unserem Domizil unsere Köpfe in die mitgebrachten Mückennetze und gewöhnen uns schnell an das „Whop“ der einen und das „Quäääk“ der anderen Frösche, die uns in den Schlaf begleiten, bevor wir durch das Prasseln des Regens auf unser Wellblechdach eine eher unruhige Nacht verbringen.

 

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