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Tag 68

Padangbai

Gerädert von der letzten Nacht wachen wir zum Klang der Fährenhupen auf. Beim Frühstück fragen wir unseren Gastgeber nach Infos zur Fährfahrt nach Lombok und stapfen dann die Treppe runter zur Tauchbasis. Heute sind wir alleine mit Komang und einem Fahrer unterwegs und tuckern mit dem Kleinbus über eine Stunde lang in Richtung Norden zum Fuß des Mount Agung (der natürlich mal wieder in den Wolken verschwindet) nach Tulamben, wo das Wrack der USAT Liberty liegt, die im 2. Weltkrieg von einem japanischen U-Boot beschossen wurde, von der US Army zunächst an Land gesetzt und aufgegeben und dann durch einen Ausbruch des Agung in den 60ern ins Meer geschoben wurde, wo sie nun von Korallen in Beschlag genommen wurde.

Komang erzählt uns, dass er gestern Nacht noch bis vier Uhr nach der Zeremonie gefeiert hat. Gut, dass er nicht selber fahren muss.
Während wir in Tulamben gebrieft werden, tragen Frauen unsere Ausrüstung auf dem Kopf zum Strand. Respekt, denn wohlgemerkt hängt die schwere Flasche mit der Atemluft schon dran.

Über die rutschigen Steine Eiern wir kurze Zeit später aneinandergeklammert ins Wasser. Komang hat gestern gesehen, dass meine Maske immer beschlägt und mir heute Babyshampoo zum Einschmieren gegeben. Nachdem ich schon erfolglos alles mögliche probiert hatte und im Endeffekt meine 30 bisherigen Tauchgänge immer mit etwas Wasser zum Spülen in der Maske bestritten habe, habe ich heute zum ersten Mal freie Sicht.
Auf unserer Runde ums Wrack sehen wir einen Stachelrochen, einen Skorpionfisch und eine grüne Schildkröte, außerdem eine leuchtende Schnecke (Ich bin grad zu faul den Namen in meinen Tauchnotizen zu suchen) und die etwas sonderbaren Röhrenaale. Die Sicht ist durch die vielen anderen Taucher eher mittelmäßig, was aber durch die Nähe zum Wrack nicht wirklich stört.

Im Restaurant kurz hinter dem Strand machen wir Mittagspause, bevor es zum zweiten Tauchgang zurück ins Wasser geht.
Dieses Mal tauchen wir im Zickzack über das auf der Seite liegende Boot und teilweise hindurch, sehen wieder einen Skorpionfish und eine Schildkröte sowie eine weitere Schnecke. Natürlich kann der heutige Tauchspot die beiden Orte von gestern schwer toppen, aber auch die Erkundung der engen Öffnungen des Wracks ist ein spannendes Abenteuer.
Als wir wieder auftauchen regnet es und auch der anschließende Heimweg ist ziemlich nass.

Nach eineinhalb Stunden sind wir zurück in Padangbai und suchen uns ein frühes Abendessen. Danach machen wir einen Abstecher zur Fähre um morgen genau zu wissen, wo wir hin müssen und dann geht es zurück ins Hostel.
Ab halb sieben werden wir wieder mal mit lauter Musik aus dem Dorf verwöhnt und neben den üblichen Instrumenten sind heute sogar Trommeln dabei. Wir wollen gar nicht erst wissen was da heute wieder abgeht, packen unsere Rucksäcke, stopfen uns Ohropax in die Ohren und schlafen ein.

 

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