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21. August 2018
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Tag 34 | Hokitika – Westport

Emotionale Pfannkuchen

Sandra hat mir noch mal gesagt, dass die Emotionen hier nicht so rüber kommen (verstehe ich nicht, ich bin doch so ein mega emotionaler Typ), daher gibt es heute für euch eine mit Adjektiven en Masse und einer extra Schippe Emoción gespickte Zusammenfassung der hochemotionalen Ereignisse des Tages.

Nachdem es letzte Nacht wieder heftig geregnet hat, sieht es als wir aufwachen draußen wieder deutlich netter aus und die Sonne scheint mega nice über uns. Ich drehe eine kleine Foto-Runde über den Bilderbuch-reifen Hof (Die Schweine sind voll awesome und zwischen dem Bullen und mir liegt ein leichter Flirt in der Luft) bevor wir uns tränenreich in Richtung Hokitika Gorge verabschieden.

Die 40-minütige Fahrt durchs wunderschöne Hinterland führt uns zur Schlucht, die einigermaßen gut besucht ist (hauptsächlich mit liebenswürdigen Buschkackern). Über eine angsteinflößende Hängebrücke traben wir fröhlich der Gefahr trotzend rüber zum Lookout, der uns völlig vom Hocker reißt. Das Wasser, was hier normalerweise in einem funkelnden Türkis leuchtet, kommt (vermutlich durch die Regenfälle) heute eher in einem tristen, milchigen Grau daher, was unsere Stimmung im Gegensatz zu den massiv vertretenen, hässlichen und absolut uncoolen Sandflys jedoch nicht trüben kann. Ohne die Viecher würden wir vermutlich noch immer an diesem romantischen Ort der Liebe sitzen, aber so kehren wir Hand in Hand hüpfend zu unserem geliebten Hufi zurück.

Auf dem Weg zurück zur Küste machen wir einen Abstecher zum Lake Kaniere.
Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir eine feucht-fröhliche Stunde an einem Badesee verbringen, doch finden uns schnell auf einer einsamen und engen Schotterpiste im Wald wieder. Wir halten an einem kleinen Parkplatz und werden von einem an Schönheit kaum zu überbietenden Wasserfall direkt an der Straße überrascht. Das beste: wir sind ganz alleine dort (und er ist tatsächlich recht hübsch anzuschauen).
Wir nehmen noch den schnuckeligen Walk zum See mit, der an einer kleinen, halb im Wasser stehenden Bank endet, auf der wir zwei wundervolle Minuten verbringen.

Auf unserem Weg zurück zur Küste kommen wir wieder in Hokitika an und schlendern in eine Foto-Galerie und ich stelle mal wieder fest, dass man scheinbar einfach nur ein wenig Geld in einen Laden investieren muss, um sich mit mittelmäßigen Fotos zu horrenden Preisen über Wasser halten zu können.
Wir kaufen trotzdem etwas ;), allerdings „nur“ ein paar umwerfend schöne Tea Towels, die wir zu Hause in unserem Tempel der guten Laune als Kissenbezüge nutzen möchten. Außerdem bekommen wir noch ein paar außerordentliche Tipps für unseren nächsten Stop in Punakaiki.

Mit dem besten Sandwich aller Zeiten im Gepäck (ernst gemeint, zumindest nach Sandras Aussage) fahren wir die Küste entlang in Richtung Norden. An zwei Lookouts schauen wir uns die phänomenal fantastischen Motukiekie Beach Rocks an, bevor wir uns riesig über die Menschenmengen an den Pancake Rocks freuen, weil wir Ansammlungen von Menschen nämlich voll gut finden.

Mit bester Sightseeing Laune spazieren wir den Loop zwischen den wie aufgestapelt aussehenden Steinen und den Blowholes entlang (Achtung, hier kann man schon mal ziemlich nass werden), der tatsächlich ohne Menschen sehr schön wäre (und es auch mit Menschen noch ist).

In der Galerie war uns noch ein Walk empfohlen worden, zu dem wir nun fahren.
Der wunderschöne Trueman Track führt uns durch einen zauberhaften Wald zu einer außergewöhnlich interessanten Bucht. Dem faszinierenden Geräusch, dass der grobkörnige Sand bei jeder Welle macht, könnten wir stundenlang zuhören.

Tun wir aber nicht, weil es inzwischen doch ziemlich spät geworden ist und wir etwas müde sind, so dass wir auch den empfohlenen Walk am Fluss nicht mehr in Angriff nehmen.
Völlig unverhofft stoßen wir dann doch noch auf einen Quell der unbändigen Freude: der 13 Mile Creek. Bingo! Falsches Land, aber das unglaublich spannende Creek Bingo aus Australien ist endlich komplett. Die Freude kennt keine Grenzen und wir fahren jubelnd bis nach Westport. Na gut, ich juble, Sandra sagt in Neuseeland zählt das nicht. Aber zum Glück ist es ja mein Spiel.

Sue & John empfangen uns in ihrem BnB in Westport und erzählen uns, dass auch hier letzte Woche Strand und Straßen geflutet waren.
Über die inzwischen wieder trockenen Straßen fahren wir in die mittelschöne (sorry, mehr Emotion kann ich hier nicht vortäuschen) Stadt und decken uns mit Lebensmitteln und Cider ein – den man uns trotz Ausweis und Führerschein zunächst nicht aushändigen will (könnten wir ja selber gedruckt haben). Gut, wir sehen halt noch ziemlich jung und frisch aus. Als ich gerade meine angehende Pläät zur Beweisführung präsentieren möchte, kommt zum Glück die Managerin und ihr geschultes Auge erkennt, dass wir doch eher wie 26 aussehen als wie 15.

Zurück in der Unterkunft kochen wir unsere filigranen Nudeln mit Fertigsauce, quatschen noch etwas mit Sue und beenden den Tag mal wieder recht frühzeitig.

 

6 Kommentare

  1. Ralf sagt:

    Schön, dass wir anhand eurer Selfies sehen, dass ihr nach den bisherigen Abenteuern doch einigermaßen gesund und brauchbar ausseht.

  2. Christian sagt:

    In diesem Beitrag findet sich mein bisheriger Highlightsatz der Serie. Wer findet ihn? 😉

  3. Grischa sagt:

    Emo-Hippster!

  4. Christian sagt:

    Anscheinend muss ich mir Gedanken machen. Ich dachte eigentlich an die Blowholes und das ziemlich nass werden 😛

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