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Rote Erde
1. März 2018
 

Tag 56

Auckland – Melbourne

Um drei Uhr müssen wir unser warmes Bett schon wieder verlassen und drücken uns im Halbschlaf ein Brötchen rein.

Wir steigen in unser Auto und tuckern zum Flughafen. Leider ist die Flughafenausfahrt gesperrt, so dass wir einen großen Umweg fahren müssen und langsam etwas unter Zeitdruck kommen. Die auf der Karte eingezeichnete Tankstelle direkt am Parkplatz finden wir auch nicht und verlieren auf der Fahrt zur nächsten weitere Minuten, so dass wir schließlich deutlich später als geplant unsere Karre abstellen und dann auch nicht mehr wirklich dazu kommen, uns von Hufi zu verabschieden, der uns fast 6000 Kilometer ohne jegliche Beschwerden sicher über Nord- und Südinsel kutschiert hat. Wir bekommen gerade so den wartenden Shuttlebus und sind so eben noch pünktlich, um unser Gepäck abzugeben.

Nach fünf Wochen endet also unsere Zeit in Neuseeland, die geprägt war von unterschiedlichsten Landschaften, Bergen, dem Meer und seinen Bewohnern, Flüssen und unzähligen Wanderkilometern und Höhenmetern sowie vielen Stunden auf Neuseelands Straßen.
Die mystischen Gipfel Fiordlands und die Strände des Abel Tasman Nationalparks haben uns im Süden verzaubert, im Norden hat uns vor allem die karge Landschaft des Tongariro Crossings begeistert.
Wir sind geflogen, gepaddelt, geklettert, gerutscht, gesegelt, gefahren, fast noch mal geflogen, geschippert und geschwommen, waren weit über der Erde und darunter.
Mit etwas Wehmut verlassen wir also dieses faszinierende Land, die sich aber schnell wieder mit Vorfreude auf die kommenden Tage in Australien mischt.

Der folgende 4-stündige Flug nach Melbourne ist nicht sonderlich spannend, zumal es kein Entertainment Programm gibt.
In Melbourne steigen wir in den vorab gebuchten Skybus, der uns in 40 Minuten in die City bringt.
Hier werden wir schon von Katrina (von unserem Kayak Ausflug auf dem Doubtful Sound) erwartet. Sie ist extra kurz von ihrer Arbeit gekommen, um uns die Schlüssel für ihr Appartement zu bringen. Dort fahren wir nun auch mit der Bahn, die in Melbournes Stadtzentrum kostenlos ist, hin. Nach einiger Verwirrung bei der Suche des Eingangs, finden wir doch noch den richtigen Aufzug und betreten die Wohnung im 25. Stock eines Hochhauses.

Es ist dank nächtlichem Flug und Zeitverschiebung noch immer ziemlich früh, so dass wir uns erst mal ein Café für ein zweites Frühstück suchen.
French Toast Croissant mit Bacon und Peanut Butter Parfet. Sollte ich noch mal heiraten, dann diesen Koch.

Wir schlendern zu Fuß durch die Stadt, die zwar auch voll ist, aber uns irgendwie angenehmer vorkommt, als Auckland. Vielleicht liegt das auch einfach am Wetter, denn die Sonne scheint bei 28 Grad.

Glücklicherweise verlaufen wir uns etwas auf dem Weg zum Yarra River, weil wir so zufällig die Hosier Lane finden, eine Gasse, deren Wände komplett Graffiti bedeckt sind.

 

Wir überqueren den Fluss und wandern ein wenig durch den Queen Victoria Park, wo wir uns im Gras liegend eine kleine Pause gönnen.
Mit der daraus resultierenden Vogelhinterlassenschaft auf meinem Rück setzen wir uns wieder in Bewegung, überqueren den Fluss und laufen schon wieder falsch, so dass wir mit unseren Frucht Lassis letztendlich wieder zu Fuß zum Appartement kommen, anstatt die Bahn zu nehmen.

 

Kat und Marcelo müssen noch länger arbeiten, daher haben wir Zeit, uns ein Strassenkonzert anzuhören und dort unsere letzten NZ Dollars loszuwerden.

Dann fahren wir mit dem Aufzug ins Appartement, wo danach auch Kat und Marcelo eintreffen. Nach kurzer Begrüßung ziehen sich die beiden um, und wir machen uns auf den Weg nach Chinatown. Marcelo ist entsetzt, dass wir keine Dumplings kennen, also sitzen wir kurze Zeit später mit Stäbchen bewaffnet beim Chinesen und tunken leckere gefüllte Teigtaschen in Soja Sauce.
Wir zahlen am Ende für vier Personen so viel wir sonst für uns zwei, anscheinend waren wir immer in den falschen Läden.

Kat muss wieder los, sie ist in einer Bollywood Tanz Gruppe, daher ziehen wir zu dritt weiter und fahren mit der Bahn ein paar Stationen zum nächtlichen Street Market. Dieser ist im Vergleich zu deutschen Street Food Festivals um ein Vielfaches größer. Neben den vielfältigen Fressbuden gibt es auch Wahrsager, Schallplattenverkäufer und eine Tanzfläche. Wir treffen ein mit Marcelo befreundetes Deutsch/Französisches Pärchen, quatschen bei einem Bierchen (mehr Essen passt beim besten Willen nicht mehr in unsere Mägen) und drehen dann eine Runde über den Markt, der an einem Mittwoch Abend irgendwie mehr nach Samstag Nacht aussieht. Es ist voll und die vornehmlich jungen Besucher haben sich mehr oder oft auch weniger stilvoll in Schale geschmissen.

Inzwischen sind wir schon ziemlich lange auf den Beinen und fahren daher zu zweit zurück in Richtung Appartement, wo wir unsere Luftmatratze aufpumpen und uns bettfertig machen.
Kurze Zeit später kommen auch Kat und Marcelo zurück, so dass wir uns noch vorm Schlafen gehen verabschieden können, morgen müssen nämlich schon wieder früh los zum Flughafen.

 

3 Kommentare

  1. Ralf sagt:

    Ich bin ja gerne bereit, über meinen beruflichen Schatten zu springen und die (wirklich) wenigen Schreibfehler zu überlesen. Aber was ich mir unter “mit unseren Frucht Lassies” vorstellen soll, übersteigt meine phantasievollen Möglichkeiten.

  2. Ralf sagt:

    Diese modernen Sachen! Da kommen alte Leute doch nicht mehr mit.

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