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Tag 59

Kings Canyon – Alice Springs

Um 4.15 Uhr werden wir schon wieder von Musik geweckt. Dave hat schon das Feuer wieder angefacht und wir schaufeln uns schnell unser Frühstück rein, während Sandra von ihrer Dingo-Sichtung erzählt. Sie war wohl so erstarrt, dass sie keine Fotos machen konnte. Es ist noch dunkel, als wir um kurz vor halb fünf alle wieder im Bus sitzen und erst mal fast einen auf der Straße hockenden Bustard (Deutsch: Wammentrappe) überfahren. Das große Tier sieht für mich zunächst aus wie ein Emu, hebt dann aber von der Straße ab.
30 Minuten später treffen wir am Kings Canyon ein. Vor uns liegt der 7,5 Kilometer lange Rim Walk, dessen Hauptschwierigkeit wir gleich zu Beginn meistern müssen: hunderte steile Treppenstufen an deren Ende wir zwar etwas aus der Puste sind, aber mit einem großartigen Sonnenaufgang an der Klippe über dem Canyon belohnt werden.

   

An verschiedenem Outlooks entlang laufen wir weiter, wobei wir mal wieder merken, warum wir normalerweise lieber alleine unterwegs sind: Entweder muss die Gruppe auf uns warten oder wir auf die Gruppe. Allerdings finden wir auch, dass wir insgesamt sehr angenehme Mitfahrer erwischt haben.
Etwa bei Halbzeit erreichen wir den Garden of Eden, in dem in einem Canyon mitten zwischen den roten Felsen Bäume und Sträucher um einen flussförmigen See herum wachsen. Trotz der vielen Besucher ein friedlicher und schöner Ort.

 

Anschließend beginnen wir den Abstieg und erreichen nach drei Stunden wieder den Parkplatz. Die Wanderung war für mich das Highlight unserer dreitägigen Reise durchs rote Zentrum.

Nach unserer Mittagspause mit Burgern und Würstchen folgt allerdings der weniger schöne Teil: bis Alice Springs sind es noch mehrere Stunden Fahrt und ich versuche es mir weiter hinten im Bus auf zwei Plätzen gemütlich zu machen, was nicht wirklich gelingt.
Die Fahrt wird immer wieder von kleinen Stops unterbrochen, was immerhin dafür sorgt, dass Dave, der gestern am meisten getrunken hat, als letzter im Bett und als erster wieder wach war, die Fahrt mit offenen Augen übersteht.
Außerdem versucht er sich wach zu halten, indem er sich immer wieder Wasser über den Kopf kippt, sehr zum Leidwesen der beiden hinter ihm sitzenden Schweizer, denen er die Hälfte davon von seinen Haaren ins Gesicht spritzt.

Den letzten Halt machen wir an einer Kamelfarm, wo Sandra und ich eine kleine Runde zwei Meter über der Erde drehen. Während Sandra dabei riesen Spaß hat, mache ich mir eher Sorgen um die zukünftige Produktion kleiner Kurtis.

Eine weitere Stunde im Bus bringt uns endlich zu unserem Hostel in Alice Springs. Wir kühlen uns schnell im Pool ab (es sind noch immer 38 Grad) und machen uns dann auch schon wieder fertig, um uns mit der Gruppe in der Stadt zu treffen. Dave hat uns in einer ziemlichen Spelunke einen Tisch reserviert, aber wenigstens ist das Essen und das Bier günstig und die als Clowns verkleideten Engländer, die außer uns die einzigen Gäste sind, lassen sogar Heimatgefühle aufkommen.

Nach dem Essen wird das Discolicht eingeschaltet, aber außer der nimmermüden Ingrid ist nur Dave in Tanzstimmung, der schon mit einer Fahne zum Abendessen gekommen war und nun hauptsächlich die weiblichen Teilnehmer belagert und betatscht.

Nach und nach verabschieden sich alle – und Dave hat bei einer Teilnehmerin aus England, mit der er den Laden verlässt, tatsächlich Erfolg gehabt.
Cara, Ben und Vince – der eigentlich mit Luis unterwegs war, der nicht weit entfernt in der Zwischenzeit schauen muss, wie er eine 35.000$ Krankenhausrechnnng bezahlt – verlassen mit uns als letzte das Lokal und wir beobachten noch, wie es auf der Partymeile der Stadt etwas Stress vor einer Discotür gibt. Schon wieder wie zu Hause…
Wir verabschieden uns und sind aufgrund der komischen Gestalten, die sich auf unserem Weg tummeln froh, als wir endlich unser Hostel erreichen.

 

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