Männer des Waldes
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Batcave
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Tag 83

Sukau

Noch im Halbschlaf trotten wir um viertel vor sechs über den Steg zum „Early Breakfast“ am Fluss. Dort ist anstatt des erwarteten Happens auf die Hand schon die komplette Frühstückskapelle aufgebaut und wir geben unser bestes, in 10 Minuten möglichst viel davon zu verdrücken.

Dann sitzen wir auch schon wieder mit unseren sieben Mitstreitern im Boot und fahren in den Seitenarm, den wir gestern Nachmittag bereits besucht hatten. Ruhig gleiten wir mit dem Sonnenaufgang im Rücken an den Mangrovenwäldern vorbei und sehen auf dem Weg die üblichen Verdächtigen: Long Tail Makaques, Hornbills (Oriental & Rhinoceros) und einen Crested Serpent Eagle.
Neu ist ein großer Storm’s Stork (Höckerstorch).

 

Wir erreichen den Ursprung des Seitenarms, den ruhigen Oxbowl Lake.
Hier beobachten wir Wrinkled Hornbills (Runzelhornvögel) und Asian Black Hornbills, Egrets, einen Kingfisher und einen Broadbill. Außerdem sehen wir wieder einige Nasenaffen, die von Ast zu Ast springen.

   

In einem Baum findet Asley eine Orang Utan Dame, die gerade aufgewacht ist und sich noch verschlafen in ihrem Nest räkelt.
Wir fahren zurück in den Seitenarm und halten mit unserem Bötchen direkt unter einer Yellow ringed Cat Snake (Mangroven Nachtbaumnatter), die zum Glück wenig Interesse an uns zeigt.

Nachdem wir wieder unsere Lodge erreicht haben, können wir uns in Ruhe dem üppigen Frühstück inklusive frischen Omelettes widmen.
Danach haben wir zum ersten Mal ein wenig Freizeit. Sandra nutzt diese, um sich noch mal intensiv ihre Augenlider von innen anzuschauen. Ich hingegen erkunde schon mal auf eigene Faust den Boardwalk, der von der Lodge aus einen Rundweg durch den Regenwald bildet.
Ich bin gerade ein paar Meter gegangen, als es neben mir in den Bäumen raschelt und über mir auf dem Dach laut rappelt. Ich stehe mitten in einer Gruppe Long Tailed Macaques und kann unter anderem mehrere Mütter mit ihren Babys ausmachen, denen ich mit gebührendem Abstand folge. Anscheinend nicht gebührend genug, denn plötzlich kommt der Chef der Bande zu mir runter auf den Steg. Mit gefletschten Zähnen kommt er auf mich zu gerannt und gibt mir eindeutig zu verstehen, dass ich mich um meinen eigenen Mist kümmern soll. Ich gehe langsam rückwärts, natürlich nicht ohne todesmutig weiter Fotos zu schießen. Trotz verschiedenster Impfungen will ich mir einen Affenbiss dann aber doch lieber ersparen.

Nach dieser Begegnung beschließe ich mit der Erkundung des Urwalds doch lieber auf die anderen zu warten, denn als nächstes steht genau das auf dem Programm.
Mit Asley und dem Rest unserer kleinen Truppe machen wir uns auf den Weg den Boardwalk komplett abzugehen.
Wir sehen aus sicherer Entfernung die Makaken, verschiedene Hornbills und Milipedes, die übrigens die Leibspeise der Sunbears sind.
Asley erklärt uns, welche anderen Tiere oft an verschiedenen Stellen des Weges zu sehen sind und dann kommt der Knaller: Auf einem Baum mitten in der Lodge ist eine Orang Utan Mutter mit ihrem Kind unterwegs. Nicht nur das, auf dem selben Baum befindet sich auch noch ein Männchen.
Die Zeit bis zum Mittagessen verbringen wir damit das Treiben oben in den Bäumen zu beobachten und darauf zu warten, dass einer von ihnen mal seinen Kopf durch die Blätter hoch über uns steckt, um ein vernünftiges Foto schießen zu können.

Dass wir auf so kleinem Raum so viele Tiere sehen können hat laut Asley übrigens einen traurigen Hintergrund. Es gibt einfach nicht mehr genug Platz um die üblichen Freiräume einhalten zu können. Gerade die Orang Utans haben normalerweise Reviere von mehreren Quadratkilometern. Hauptsächlich durch Palmölplantagen wird ihr Lebensraum aber immer kleiner und so tummeln sich jede Menge Tiere auf den wenigen geschützten Flächen des Landes.

Das vorzügliche Mittagessen zwingt uns leider mal wieder zur Völlerei, aber zum Glück haben wir bis zum Afternoon Cruise noch genügend Verdauungszeit.
Dieser startet nach einer neuerlichen Fettzufuhr in Form von frittiertem Gemüse und führt uns zunächst den Kinabatangan hinab. Unser primäres Ziel für diese Ausfahrt: der Pygmy Elephant oder Borneo Zwergelephant. Genauer gesagt ein spezifischer Elefantenbulle, der alleine durch sein Revier zieht.
Sekundäres Ziel: Krokodile.
Tertiäres Ziel: das Abendessen.

Nachdem wir den kleinen Ort Sukau passiet haben besuchen wir einen Kalksteinfelsen, an dem einige Schwalben ihre Nester gebaut haben, so dass wir von Wasser aus eine gute Sicht darauf haben. Schnell finden wir danach tatsächlich ein Krokodil auf einem Ast. Ämm, naja, nicht ganz. Es ist „nur“ ein Water Monitor Lizard.

Auf dem Weg zum hoffentlich elefantösen Seitenarm, den wir ansteuern, begegnen wir einem White Bellied Eagle, Makaken und verschiedenen Hornbills.
Dann tuckern wir den deutlich schmaleren Fluss hinauf und begegnen einer Gruppe von Long Tail Macaques, die auf einem Baum rumturnen, der direkt vor uns im Fluss hängt.
Da von Elefanten bis auf einen ausgetretenen Pfad nicht viel zu sehen ist, verbringen wir längere Zeit damit, die Tiere aus nächster Nähe bei ihren Machenschaften zu beobachten.

Wir folgen dem Fluss bis die unvermeidlichen Palmölplantagen beginnen, die den Tieren hier den Lebensraum einengen. Am Hauptfluss gibt es ein 100m breites Schutzgebiet vom Ufer an. Für Tiere mit mehreren Quadratkilometer großen Revieren natürlich ein Witz.

Elefantenlos machen wir uns auf den Rückweg und treffen dort noch auf eine große Nasenaffen-Gruppe. Die aufgeblähten Bäuche der Tiere kommen übrigens durch die Gase zustande, die bei der Verdauung giftiger Blätter auftreten.

In der Lodge haben wir anschließend noch etwas Freizeit bis zum Abendessen. Danach sitzen wir noch mit Karen und Charlie aus Australien sowie mit Asley zusammen. Der erzählt uns, dass er nebenbei noch ein Hostel in Sandakan betreibt, obwohl er eigentlich kaum Urlaub hat.

Auf unserem Zimmer bemerken wir, dass ich heute durch mein Shirt hindurch mindestens 15 Moskitostiche kassiert habe. Da hätte ich mir die lange Hose und Massen von Mückenspray direkt sparen können. Mit der Aussicht auf Gelbfieber, Malaria und den Zikavirus (vermutlich alle gleichzeitig) gehen wir ins Bett.

 

2 Kommentare

  1. Holger sagt:

    Ich habe positive Reizüberflutung, wahnsinn. Ich hoffe, ihr könnt alle Eindrücke für euch gut verarbeiten.

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