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Tag 61

Denpasar – Ubud

Um 8 Uhr wachen wir langsam auf und noch bevor wir irgendetwas anderes tun (keine Angst, angezogen habe ich mir schon etwas), laufe ich 15 Minuten zur Hauptstraße und klappere die verschiedenen Bankautomaten ab, denn momentan können wir weder unsere Abholung gestern, noch unser Frühstück oder unsere Weiterfahrt später nach Ubud bezahlen. Die Stadt wird hauptsächlich von den Horden von Rollerfahrern beherrscht, die sich scheinbar völlig wild durch den Verkehr schlängeln. Dass das ganze nur halb so wild ist, wie es aussieht, sollte ich später noch am eigenen Leib erfahren. Die schwüle Luft lässt mich bereits so früh am Morgen bei unter 30 Grad mehr schwitzen, als die 40 Grad in der Wüste Australiens und die Überquerung der Hauptstraße ist ein erstes indonesisches Abenteuer.
Leider bekomme ich aber noch immer kein Geld, egal welche Karte oder welchen Automaten ich benutze, aber wenigstens sind viele Automaten-Häuschen klimatisiert.
Auch am Bankschalter kann man mir nicht weiter helfen, also laufe ich wieder zurück zu Sandra und wir rufen die Bank an, wo man uns nach einigen Minuten in der Warteschleife direkt zum Kreditkartenservice weiterleitet. Alle unsere Karten wurden beim Versuch in Indonesien Geld zu ziehen gesperrt, was ja grundsätzlich eine gute Sicherheitsmaßnahme ist, für uns aber momentan nicht wirklich günstig, zumal wir ziemlich sicher sind, mindestens einer der Banken bereits vorher mitgeteilt zu haben, wo wir in den nächsten Monaten rum turnen.
Na gut, der Mitarbeiter am Telefon kann unsere Karten entsperren (mal sehen, was ein 15-minütiges Telefonat nach Deutschland kostet) und dieses Mal schlagen wir uns zu zweit durch die Hinterhöfe Denpasars, wo uns Arbeiter von Hausdächern grüßen, zur Hauptstraße. Und siehe da: Wir bekommen endlich unser Geld.

Erleichtert kehren wir in unsere Unterkunft zurück und ordern unser Frühstück. Was wir gestern Nacht schon erahnen konnten, sehen wir nun in Farbe – und bunt. Der Innenhof ist eine richtige kleine Oase mit viel Grün und jeder Menge netter Sitzgelegenheiten. Unsere Gastgeberfamilie ist super freundlich und auch unser Fahrer nach Ubud, den ich per AirBnB angefragt hatte, steht parat, ohne dass wir mit irgendjemandem noch mal darüber gesprochen haben.

Wir hatten uns bewusst dafür entschieden, direkt aus Denpasar in Richtung Norden zu fahren, um sowohl dem Party-touristischen Süden, als auch der hektischen Stadt zu entfliehen. Womit wir nicht gerechnet hatte war, dass die Stadt eigentlich niemals so wirklich aufhört. Anstatt der erwarteten Reisterrassen passieren wir ausschließlich bebaute Straßen nach dem Muster Werkstatt, Mini-Markt, irgendwelche handgemachten Figuren oder andere Dinge, Tempel, Warung (kleines Restaurant), improvisierte Tankstelle (hier wird der Sprit an der Straße in Plastikflaschen verkauft)… Interessant ist das natürlich trotzdem und so schauen wir eine Stunde lang neugierig aus dem Fenster, bis sich die Landschaft in Ubud merklich verändert. Das neue Muster: Warung, Eisdiele, Souvenirs, Kleidung. Auf der Straße sind jetzt hauptsächlich westliche Touristen unterwegs.

Wir erreichen unser AirBnb am westlichen Rand von Ubud. Im Gegensatz zum familiären Betrieb in Denpasar ist das hier eher ein grünes Ressort mit zwei Pools und verschiedenen Wohneinheiten. Nach ein paar Metern lassen wir den Lärm der Straße hinter uns und beziehen unser mehr als großzügiges Zimmer inkl. Balkon und überdachte Außendusche und -Badewanne. Das Ganze kostet übrigens gerade mal halb so viel wie das ein oder andere australische oder neuseeländische Hostel.

Wir legen uns erst mal hin und ich lasse mich wie Sandra zu einem Mittagsschlaf hinreißen – was meiner Laune eher selten gut tut.
Zum Glück „müssen“ wir auch danach nicht mehr viel machen. Wir genießen ein frühes Abendessen in einem kleinen Warung (für zehn Euro, wohlgemerkt inklusive Getränke für zwei Personen), kaufen ein paar Getränke ein und kehren zurück zum Ressort, wo wir uns an Fröschen und Eidechsen vorbei zu unserem Zimmer begeben und dort zwei große Haufen mit Ameisen entdecken. Nach einer ausführlichen Untersuchung sind wir sicher, dass diese an zwei Stellen von der Decke fallen – zum Glück nicht direkt über unserem Bett, in dem wir nun friedlich einschlummern.

 

 

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