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Robocop

 

Tag 23 | Dunedin – Manapouri

Robocop

Bei weiterhin ungewohnten 16 Grad folgen wir nach dem Frühstück dem ärztlichen Rat aus Kaikoura und suchen uns eine Physio-Praxis. Zunächst besuchen wir aber den ersten von drei Outdoor-Läden, die wir im Zentrum gefunden haben, um uns nach Ankle Boots zu erkundigen. Wir beschließen dann aber zunächst in der Praxis nach einer Schiene zu fragen, die ja schließlich am Ende in den Schuh passen muss.

Eine Physiotherapeutin lässt netterweise ihren Papierkram links liegen und bietet uns an, sich den inzwischen etwas blauen Fuß direkt anzuschauen (also zum mitschreiben für alle Daheimgebliebenen: ich gehe ohne Termin in eine Praxis und werde dort ohne Wartezeit behandelt.)

Einige schmerzhafte Drehungen und Drückungen später ist ihr Fazit: Bänder gedehnt, aber vermutlich nicht gerissen. Für die Behandlung macht das eh keinen Unterschied. Ich bekomme eine kleine Massage, Tape für den Bluttabfluss auf den Fuß, einige Übungen gezeigt und mit der Schiene, die sie mir mitgibt, ist sie zuversichtlich, dass ich in ein paar Tagen die alpinen 60 Kilometer des Kepler Tracks bewältigen kann, sofern ich keine Schmerzen habe.

Mit dieser Einschätzung im Rücken gehen wir zuversichtlich zu Outdoor-Laden Nr. 2, direkt gegenüber. Wir entscheiden uns nach einigen Anproben für ein Paar riesiger Schuhe (in denen mein Fuß mit der Schiene die Hauptrolle der nächsten Robocop Verfilmung spielen könnte), das zufälligerweise im Angebot ist und am Ende nur noch 90$ anstatt der ursprünglichen 380$ kostet.

Das macht uns irgendwie skeptisch (wer die üblichen Preise für Wanderschuhe kennt, wird das verstehen), aber wir finden keinen Haken und schlagen zu.
Ob das so weise war, werden wir wohl erst in einer Woche sagen können.

Noch schnell für die nächsten Tage einkaufen und es geht wieder auf die Straße.
Die ganze Aktion hat uns leider so viel Zeit gekostet, dass wir weder den Umweg über die Otago Peninsula nehmen, noch die „Southern Scenic Route“ an der Südküste wie geplant auf dem Weg in Richtung Fiordlandnationalpark fahren können. Jetzt zahlt sich aus, dass wir zwar ein volles Programm haben, aber die Tage so geplant haben, dass wir immer auch einfach etwas weg lassen können, wenn es uns zu viel wird, so dass wir nicht einfach von Punkt zu Punkt hetzen müssen. Einzige Ausnahme ist der Leuchtturm am Nugget Point, den wir nach einstündiger Fahrt erreichen. Bevor wir den kurzen Weg hochlaufen, verspeisen wir noch unser exquisites (nicht) Lunch. Wenigstens wissen wir jetzt, dass wir Scotch Egg nicht mögen.

      

Zurück auf dem Highway düsen wir die weiteren drei Stunden durch die Hügellandschaft der Catlins und kommen den südlichen Ausläufern der Southern Alps immer näher.

Unser Zielort sind die idyllisch am Hang gelegenen Freestone Lodges in Manapouri und wir kommen wie von unserem Gastgeber Warren empfohlen noch bei ausreichend Tageslicht an (es gibt keinen Strom in den Hütten und kein Licht auf dem Gelände). Irgendwie waren wir nach der AirBnB Beschreibung von einer einzelnen Hütte am Berg ausgegangen, aber dass es doch fünf oder sechs sind ist im Endeffekt auch kein Problem. Dafür gibt es zu unserer Überraschung Wifi 🙂

Wir schmeißen uns ein paar Nudeln mit Fertigsauce in die Pfanne, duschen im Toilettenhäuschen ein paar Meter weiter unten am Berg, packen unsere Taschen für die Kayaktour am nächsten Tag und hauen uns in die Koje.

 

 

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