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Tag 40

Marlborough Sounds

Wir frühstücken ganz in Ruhe und planen unseren Tag in den Marlborough Sounds.
Daraufhin machen wir uns zunächst auf den Weg nach Picton, hauptsächlich um Geld abzuheben, da Barb keine Kreditkaren annehmen kann und wir noch Essen und Whirlpool bezahlen müssen.

Die Straße führt in Kurven und Serpentinen die vielen Hügel rauf und runter und wir halten an dem ein oder anderen Lookout.

Kurz vor Picton sehen wir plötzlich ein völlig deplatziert wirkendes Kreuzfahrtschiff im kleinen Hafen.
Wir halten an und wollen ein paar Fotos schießen, als plötzlich neben uns ein kleiner Touri-Bus mit quietschenden Reifen hält (eventuell etwas überdramatisiert), 15 Menschen wie von der Tarantel gestochen raus springen, in 4,8 Sekunden zunächst ein Foto und dann das obligatorische Selfie schießen und noch bevor ich die Kappe vom Objektiv nehmen konnte wieder im Bus verschwinden und abrauschen. Na gut, jeder wie er mag.

Wir heben in Picton unser Geld ab, besorgen uns einen Mittagssnack für Unterwegs und düsen wieder zurück. Im Gegensatz zu den mystischen und urzeitlichen Sounds im Fiordland-NP sind die Marlborough Sounds eher ein gemütliches Feriengebiet zum Entspannen. Das nutzen auch die vielen Radfahrer, die sich mit jeder Menge Gepäck auf den Rädern die Steigungen hinauf quälen.
Wir halten auf einem Parkplatz, den wir uns vorher nach einem Tipp von Barb raus gesucht hatten und wandern einen Teil des Link Pathways, der Picton für Wanderer und Mountainbiker mit dem Queen Charlotte Track verbinden soll, wenn er fertig ist. Diesen wollten wir eigentlich heute (wie vermutlich die meisten anderen Besucher) auch zu einem Teil bewandern, aber Barb hatte uns auf Grund der gestrigen Niederschläge davon abgeraten.
Begleitet von Zikaden, Heuschrecken, die ihr Hinterteil so auf die Baumstämme schmettern, dass ein ständiges Klickgeräusch entsteht und einigen mysteriösen Grunzlauten im Busch laufen wir bei warmen Temperaturen und blauem Himmel bergauf, bis wir einen Lookout mit einer schönen Aussicht über den Queen Charlotte Sound erreichen. Außer uns benutzt übrigens keine Sau diesen Weg, was für uns oft mehr Wert ist, als eventuell eine etwas bessere Aussicht zu haben (hier versperren uns nämlich fast überall Bäume die Sicht).

Auf dem Rückweg machen wir mit Blick auf Picton Rast und marschieren dann vorbei an unserem Auto zu einem alten Ausguck aus den Zeiten des zweiten Weltkrieges, von dem aus wir über den kompletten Queen Charlotte Sound bis zum Meer schauen können. Während man in Deutschland über eine Beteiligung Neuseelands an den Weltkriegen herzlich wenig weiß und erfährt, finden wir später heraus, dass Neuseeland im zweiten Weltkrieg zum einen nach Serbien die zweit meisten Opfer im Bezug auf die Bevölkerungszahl hinnehmen musste (als Unterstützer der Briten bei Kämpfen hauptsächlich in Europa) und zum anderen als Alliierter der USA und Verbindungsstelle im Pazifik auch fast Opfer japanischer Angriffe geworden wäre.

Nach knapp 3 Stunden sitzen wir verschwitzt im Auto und fahren nach Anakiwa, wo der Queen Charlotte Track startet. Allerdings nicht um weiter zu wandern, sondern um vom dortigen Steg aus ins Wasser zu springen und einer Gruppe von Kayak-Schülern dabei zuzuschauen, wie sie von Selbigem mitsamt Kayak ins Wasser geschubst und anschließend von Mitschülern gerettet werden.
Zufälligerweise kommen aus Barb und die Alexe vorbei, die einen Ausflug mit den Hunden machen (die wiederum zu 50% hauptsächlich daran interessiert sind, unsere Badehandtücher zu versauen). Wir fläzen uns noch etwas in der Sonne, bis wir pünktlich zum Abendessen wieder zurück bei Barb sind und neben weiteren vegetarischen Köstlichkeiten ein paar Wild-Schnitzel serviert bekommen. Es schmeckt wieder phänomenal und so fallen wir mit prall gefüllten Mägen ins Bett.

 

 

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