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17. März 2018
 

Tag 72

Kuta Lombok – Gili Layar

Nach dem Frühstück packen wir und checken aus, wobei wie besprochen das Rückgeld von der Doppelbuchung mit unseren anderen Ausgaben verrechnet wird.
Über die Bluebird App (ein indonesischer Taxianbieter) haben wir bereits gestern einen Fahrer bestellt und per GPS können wir verfolgen, wie er zwar 20 Minuten zu spät ist, aber immer näher kommt, bis er kurz vor der Abbiegung zum Hotel ist und wir zur Schranke gehen.
Nach weiteren fünf Minuten ist er noch immer nicht da und als wir nachschauen, steht er laut App weiterhin an der letzten Stelle. Sandra bekommt drei ganz kurze Anrufe mit Vorwahlen aus Albanien, der Schweiz und den USA und dann bekommen wir die Mitteilung, dass unsere Buchung gecancelt wurde. Damit verschwinden auch die Kontaktdaten des Fahrers und wir haben keine Chance ihn anzurufen.
Der Hotelmanager bietet uns an sich mal umzuhören und findet schließlich einen Fahrer, der uns für etwas mehr Geld zum Hafen von Tembowong bringen kann, auch wenn sich die Kommunikation als schwierig erweist. 15 Minuten später steht dieser mit einem getunten Auto auf der Matte und wir brausen zunächst mal zu ihm nach Hause, damit er Auto und Kleidung tauschen kann.

Wir passieren Wagen mit großen Geisterfiguren und Menschen, die sich für einen Umzug vorbereiten. Die hinduistische Bevölkerung feiert heute „Silvester“. In Umzügen werden die Geister präsentiert, die anschließend verbrannt werden. An Neujahr, also morgen, findet dann der Day of Silence statt, an dem niemand sein Haus verlassen oder darin Licht machen darf. Die neuen Geister sollen so denken, dass die Gegend unbewohnt ist und darüber hinweg fliegen.
Auf Bali funktioniert das vermutlich prächtig, hier sehe ich anhand der nicht hinduistischen Bevölkerung allerdings schwarz für die Versteckspieler.

Über Lembar, wo wir vor ein paar Tagen mit der Fähre angekommen sind, fahren wir in den südwestlichen Zipfel Lomboks, wo es heftig zu schütten beginnt.

Unser Fahrer fragt uns, ob es ok wäre, wenn er eine kurze Gebetspause einlegt, also halten wir an einer Moschee auf unserem Weg.
Im Auto sitzend sind wir eine Attraktion für die Kids, die teilweise winkend an uns vorbei laufen.

Es geht weiter und unser Fahrer biegt auf ein Grundstück ein, allerdings noch weit vor unserem Zielort Tembowong, wo wir uns nach einem Boot umschauen wollten.
Wie sich herausstellt, hat unser Fahrer hier einen Freund, der uns auch nach Gili Layar fahren kann. Bevor wir protestieren können springt er schon aus dem Auto und wartet mit seinem Freund draußen auf uns.
Uns bleibt nicht viel übrig, als auszusteigen und zu den beiden zu gehen.
Der Bootsheini nennt uns einen unverschämten Preis (wir hatten vorher bereits Preiseinschätzungen recherchiert) und wir fragen ihn, ob es denn nicht von Tembowong viel günstiger, da näher sei.
Das wäre natürlich nicht so, sagt er, da dort durch die vielen Touristen die Preise höher seien. Natürlich ist das gelogen, aber unsere Bitte, wir würden doch lieber wie vereinbart nach Tembowong fahren, wird einfach von unserem Fahrer weggelächelt.
Wir haben also nur noch die Wahl richtig Ärger zu machen, oder wenigstens zu verhandeln.
Und knallhart verhandeln können wir wie die Weltmeister, weshalb die Geschichte schließlich damit endet, dass wir nicht nur eine überteuerte Hinfahrt, sondern gleich auch noch eine überteuerte Rückfahrt (immerhin mit über 10% Rabatt) in drei Tagen buchen, inklusive Taxi zum Flughafen (das allerdings zum ordentlichen Preis). Die Abholung soll um 7 Uhr morgens sein und beide versichern uns, dass Boot und Taxi bereits um 6 da sein werden. Iss klar.
Unser Gepäck wandert also ins Boot und wir hinterher und als uns Fahrer und Bootsverleiher bei der Abfahrt mit einem breiten Grinsen hinterher winken habe ich das komische Gefühl, beide nie wieder zu sehen.

Wir tuckern mit unserem Bötchen vorbei an verschiedensten Secret Gilis 50 Minuten an der Küste entlang, bis wir die kleine Insel Gili Layar erreichen. Unser Chauffeur hilft uns beim ausladen und fährt dann wieder dem Horizont entgegen. Die kleine Anlage besteht gerade mal aus fünf Hütten, aber irgendwie sind doch etwas mehr Menschen auf der Insel als erwartet.
Wir checken ein, laden unsere Rucksäcke in der romantischen, aber etwas löchrigen Holzhütte ab und verdrücken dann den schlechtesten Burger unserer Reise. Wer in Indonesien Burger bestellt ist es aber auch selber schuld.
Anschließend liegen wir bis zum Sonnenuntergang am Strand und genießen die Ruhe und die Postkartenidylle, da inzwischen die Tagesgäste abgehauen und außer uns nur noch drei andere Gäste vor Ort sind. So hatten wir uns das vorgestellt. Dass der Strand nur vor unseren Hütten gesäubert wird und ansonsten überall angeschwemmter Müll liegt verschweige ich an dieser Stelle, weil ich mir vorgenommen habe, nicht mehr so viel über die negativen Sachen zu schreiben…

Vor dem schlafen gehen besuchen wir noch unsere Outdoordusche, die wir sich herausstellt bereits eine dicke gelbe Spinne über uns sowie kleine Kakerlaken unter uns beherbergt.
Wir ziehen akribisch das Mückennetz um unser Bett zu, winken der 20 Zentimeter langen Echse an der Wand zu und geben ihr den Auftrag, alle Spinnen zu verputzen.

 

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